
Puerto Viejo, Mittwoch der 06.07.2022, 21:32 Uhr. Heute waren wir im Urwald Ziplinen. Dafür ging es zwischen den insgesamt dreizehn Ziplines immer wieder durch den Wald auf schmalen Wegen zum nächsten Absprungpunkt. Dabei konnten wir alles mögliche sehen.
Riesenameisen, die den schmerzhaftesten Insektenbiss der Welt haben, der fünf Stunden lang weh tut. Wandernde Bäume, die ihre Wurzeln so umbauen, dass sie pro Jahr bis zu vier Meter der Sonne entgegen wandern können. Brüllaffen mit Babys, die einfach in den Bäumen über uns sitzen. Die verschiedensten bunten Schmetterlinge. 500 Jahre alte Bäume, die nie von Menschen angerührt wurden.
Und ganz nebenbei konnten wir dann noch durch den Wald „fliegen“ und den wunderschönsten Blick über den Wald genießen.
Besonders berührt haben mich allerdings die Tukane. Von einer der Platformen hatten wir einen tollen Blick in den Wald hinein. Allein dieser Blick über die uralten Bäumen, die Lianen und all die anderen Pflanzen in Kombination mit der Geräuschkulisse aus Vögeln und Grillen war einfach unglaublich und rührt mich auch jetzt noch. Aber als dann ein Tukan zwischen zwei besonders hohen Bäumen durch den Wald geflogen ist war das Bild einfach perfekt und besser als jedes Bild oder jede Doku es je zeigen könnte.
Noch nie in meinem Leben hat mich die Schönheit der Natur so dermaßen umgeworfen wie in diesem Moment. Tukane waren für mich Vögel, die nur in Zoos oder auf Bildern existieren. Zu sehen, wie sie frei fliegen war für mich einfach umwerfend.
Ich empfinde eine so große Dankbarkeit, diesen Moment erlebt zu haben und die Schönheit dieser Erde sehen zu dürfen. Für mich ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen und das habe ich erst heute realisiert. Der Tukan hat für mich das Unfassbare fassbar gemacht und Bekanntes und Unbekanntes vereint.
Wenn dies mein letzter Moment gewesen wäre, wäre ich zutiefst geerdet und zufrieden gewesen.
Ich verstehe nun zumindest ein kleines bisschen besser, was Vollkommenheit und Einklang bedeuten kann.