Neustart

Die erste Uniwoche ist gestartet. Noch ist alles spannend und neu. Bei jeder Vorlesung, jeder Veranstaltung, frage ich mich, was mich wohl erwartet, wie es wohl sein wird. Manche Dinge klingen wirklich spannend und ich freue mich schon darauf, mehr darüber zu lernen. Manches ist eher langweilig und ich weiß nicht, wie ich da allein die Vorlesungen durchhalten, geschweige denn eine Klausur schreiben soll.

Aber das ist ja zum Glück alles noch ein bisschen entfernt, auch wenn ich es nicht allzu weit wegschieben möchte. Doch zuallererst versuche ich erstmal mich einzuleben, neue Leute kennenzulernen, auszuprobieren, was mir eigentlich Spaß macht. Neben der Uni habe ich mich für zwei Sportkurse angemeldet und war bei einem Fachschaftstreffen. Eigentlich würde ich auch gern im Orchester spielen, aber das ist momentan einfach nicht mehr drin.

Natürlich ist das ganze Ausprobieren auch ziemlich anstrengend, jedes Mal treffe ich auf neue Leute, muss mich vorstellen und versuchen mir zu merken, wer die anderen sind. Deshalb ist meine soziale Batterie momentan sehr erschöpft. Trotzdem macht es irgendwie auch Spaß und ich weiß, dass es, nachdem man etwas ein paar Mal gemacht hat, auch entspannter wird. Es wird nicht lange dauern, bis das alles normal für mich wird, bis ich einige Menschen kennengelernt habe, vielleicht sogar irgendwo dazu gehöre, auch wenn ich mir das gerade nun wirklich nur schwer vorstellen kann.

Aber genau deshalb machen diese ersten Wochen auch Spaß. Ich bin sehr flexibel, an niemanden gebunden, kann mir aussuchen, wen ich in meinem Leben möchte und wen eben nicht. Ich kann mir aussuchen, wer ich sein möchte, bin nicht in eine feste Rolle gedrängt, denn all die Menschen hier kennen mich nicht. Klar ist das anspruchsvoll, ich muss mir ja erstmal überlegen, was ich überhaupt selbst möchte. Aber es birgt eben auch viele Möglichkeiten und das macht wirklich Spaß.

Nach den ersten Tagen bin ich jedenfalls sehr neugierig, wie sich alles entwickeln wird, wie ich die Herausforderungen hier meistern kann, wer mich wohl hier begleiten wird, wie ich mich weiterentwickeln kann. Und ich freue mich auf die nächste Zeit, mit allen schönen und weniger schönen Tagen, die nun kommen.

Die Ruhe vor dem Sturm


Die Zeit zwischen Freiwilligendienst und Studium fühlt sich für mich irgendwie seltsam an, so ein bisschen wie eine Schwebe, in der ich nirgends so richtig dazugehöre, nicht so recht weiß wohin mit mir. Ich gehöre nicht mehr in meine Einsatzstelle meines Freiwilligendienstes, denn dort geht das Leben ohne mich natürlich normal weiter. Eine Studentin bin ich aber auch nicht so wirklich, wenngleich sich viele meiner Gedanken um mein neues Studentenleben drehen. Denn obwohl ich momentan eigentlich keine wirkliche Aufgabe habe, denke ich oft an Herausforderungen, die mir in den nächsten Wochen und Monaten begegnen werden.


In meinem Kopf sind einfach unendlich viele Fragen und eine Mischung aus Unsicherheit, Angst und Vorfreude. Auch wenn ich weiß, dass es bestimmt vielen anderen auch so geht, so habe ich doch Angst, all die Menschen zu treffen und mich doch nirgends zugehörig zu fühlen, ausgeschlossen zu sein. Ich habe Angst, dass mir mein Studienfach nicht gefällt, dass ich es vielleicht nicht schaffe, nicht gut genug bin. Ich habe Angst, dass ich die Herausforderungen von Studium und Alltag nicht bewältigen kann, dass ich mich allein und verloren fühle in einer so großen neuen Stadt.


Gleichzeitig freue ich mich aber auch auf die neuen Herausforderungen, darauf, etwas Neues zu lernen, denn das macht mir wirklich Spaß. Ich freue mich auf neue Menschen und neue Freunde in meinem Leben, auf neue Abenteuer und Geschichten. Auf das Leben allein und auch auf die Möglichkeit eines neuen Ortes. Ich freue mich, meine Zukunft weiter bestimmen zu können und auf die Freiheit, die ein Studium bringt. Und eigentlich weiß ich auch tief in meinem Herzen, dass irgendwie schon alles gut werden wird. Dass es Menschen geben wird, mit denen ich mich gut verstehe. Dass ich Herausforderungen bewältigen kann. Dass es zwar auch Zeiten gibt, in denen nicht alles so gut verläuft, aber dass auch wieder andere Zeiten kommen. Dass ich mich auf mich und mein Bauchgefühl verlassen kann. Das alles sorgt dafür, dass dieses Kribbeln in meinem Bauch zumindest zum größten Teil aus Vorfreude und Neugierde besteht und nicht zu sehr auch Angst oder Ungewissheit. Und gewissermaßen gehört ein wenig Aufregung ja auch zu einem neuen Abschnitt dazu und macht ihn erst so spannend.