Die Konferenz in Bonn war vorbei – das heißt, wir sind die nächsten. Die nächsten, die die PsyFaKo ausrichten werden. Das heißt, jetzt geht es wirklich richtig los.
Und das ging es auch. Ab Januar haben wir uns jede Woche getroffen und besprochen was ansteht. Und da war zwischen verworrenen Ablaufplänen, Veranstaltungsgenehmigungen, Ärger mit der Raumverwaltung, Koordination des Grußwortes, der verzweifelten Suche nach Schlafplätzen und natürlich auch etwas Gossip wirklich alles dabei. Neben den wöchentlichen Treffen kamen noch monatliche Meetings mit Vereinsvertretern dazu sowie regelmäßige Treffen mit der Vereinsfinanzerin, mit der wir abstimmmen mussten, wie wir finanzielle Entscheidungen treffen können und wie wir das Geld am besten mit dem Verein abrechnen können. Denn Konferenzfinanzen sind vieles – aber nicht unabhängig. Alle Konten, die wir nutzen konnte, liefen über den Verein und so mussten wir uns immer wieder abstimmen, wie das am besten für alle Beteiligten funktionieren kann. Das war am Anfang nervig, aber irgendwann fand ich die Zusammenarbeit und den Austausch auch schön – so musste ich nicht alle finanzielle ganz allein überlegen und entscheiden.
Neben all den regelmäßigen Treffen haben wir bis zum Sommersemester auch drei Mal am Wochenende getroffen, um gemeinsam auch mit anderen Vereinsgremien an Konzepten für unsere Konferenz zu arbeiten. So hatten wir in Februar zum Beispiel Besuch von den anderen AFSen. Sowohl die Bonnies, die die letzte Konferenz ausgerichtet haben, als auch der L‘Ostblock, der die Konferenz nach uns ausrichtet waren da (& ja die hießen wirklich so), um mit uns noch einmal das Raumkonzept und den Ablauf durchzusprechen und alle offenen Fragen zu beantworten. Im März waren dann der Vereinsvorstand und der KonRat, die Außenvertretung des Vereins, da um die wichtigen Abläufe von ihrer Seite zu besprechen und auch nochmal über grundlegende Fragen zu klären, die zum Beispiel die Geschäftsordnung des Vereins betrafen. Bei einem weiteren Treffen nur unter uns haben wir dann noch eine Videoreihe für Social Media gedreht.
Kurz gesagt – wir haben uns in der Zeit wirklich oft getroffen und das war manchmal auch anstrengend. Aber je länger ich dabei war und je länger wir alle zusammenarbeiten konnten, desto mehr sind mir die Menschen auch ans Herz gewachsen und ich habe die gemeinsame Zeit sehr genossen. Es gab immer etws zum Lachen und die Arbeit an der Konferenz hat uns als Gruppe echt zusammengeschweißt. Und so verging die Zeit & viel schneller als gedacht stand schon das Sommersemester vor der Tür – und damit war auch unsere Konferenz nicht mehr weit.
Zum Glück hatten wir die Semesterferien genutzt und endlich unseren Sponsorenbrief verschickt, was bedeutet, dass wir pünktlich zu Semesterstart endlich nicht nur einen Finanzplan hatten, sondern auch erstes Geld, um all die Pläne umzusetzen. Aber Geld haben bedeutet eben auch, Geld zu verwalten und auszugeben. Und so schön das klingt, Spaß macht das ganz sicher nicht immer. Denn das bedeutet auch das man überlegen muss, was gerade am wichtigsten ist, wer für was als erstes Geld bekommt. Es bedeutet, dass man coole Ideen vertrösten muss, darauf achten muss, dass alles ins Budget passt. Dass man Rechnungen verwalten und dokumentieren muss (und das dauert deeeutlich länger als man denkt). Und dass man entscheiden muss, welches Material bestellt werden kann, welche Produkte gut sind und wenn man sie dann bestellt auch wo man sie die nächsten Monate lagern kann. Weil München bleibt leider München – fast niemand hat Platz Material für eine Konferenz mit 250 Teilnehmenden einzulagern.

Und spätestens an dem Zeitpunkt, als ich nach viel hin und her zu dem Schluss gekommen bin, dass es am einfachsten ist, vieles erstmal bei mir zu lagern (ich habe Platz, ein Auto, um alles in die Uni zu transportieren und Zugang zu Geld), wusste ich, dass das kein Spaß wird. Es ist zwar (zum Glück) nicht alles bei mir gelandet, aber eben doch ein beträchtlicher Teil. Und so war es immer wieder schön die Pakete alle die 60 Stufen zu meiner Wohnung hochzuschleppen, mich mit Online-Händlern über fehlende Rechnungen und gesperrte Konten zu streiten (& da hat Amazon leider einen äußerst inkompenten Kundendienst, die haben mir den allerletzten Nerv geraubt) und dann auch nach alle Materialien auf die wildesten Arten vor der Konferenz nach München zu bringen. Ich habe stundenlang im Auto gesessen, Material bei den anderen abgeholt und bin durch München gekurvt (aber hei – ich weiß jetzt, warum ÖPNV so sinnvoll ist). An anderen Tagen ging es bewaffnet mit einem Rollbrett in die S-Bahn und U-Bahn nur um festzustellen, dass es alles andere als einfach ist, den riesigen Berg an Kisten den man da so draufstapeln kann auch alleine bei allen Umstiegen zu manövrieren. Außerdem kam es immer wieder zu unschönen Überraschungen – mal kam die Slushmaschine um 9 Uhr morgens an der Uni an, während ich noch im Bett lag, mal wurden die Pakte an falsche Adressen geliefert (nach fucking Lübeck zum Geschäftssitz vom Verein), mal kamen Pakete beschädigt oder in der allerletzten Paketbox in ganz München an.

Und trotzdem war es irgendwie cool. Es hat Spaß gemacht, all das Material herauszusuchen, die Materialliste zu verwalten und mit den anderen zu überlegen, was wir alles mit dem Geld anstellen können – und dann die Pakete zu öffnen, als wäre es jeden Tag Weihnachten. Es war richtig schön, Geld für coole Sachen auszugeben, an denen wir und die Teilnehmenden Spaß haben würden. Und durch so mach einen Materialtranport habe ich sogar nette Begegnungen gehabt. Immer wieder haben mir wildfremde Menschen geholfen. Beim Einladen und Tragen, der SEV hat auf mich gewartet – und der Busfahrer hat mit mir mein Rollbrett entladen – und einmal wurde ich sogar mit meinem ganzen Krempel ein Stück im Auto mitgenommen. Richtig cool war auch unser Einkauf im Ikea, bei dem wir endlich Geld für Zeug ausgeben konnten, das wir uns so nie selbst kaufen würden und dann mit einem Auto voller Lagerkisten, Deko und vorallem Pflanzen (für Dankesgeschenke) zurückgefahren sind.

Und so stand ich eine Woche vor der Konferenz „nur noch“ zwei Aufgaben gegenüber: der Metroeinkauf und das Sortieren aller Materialien in der Uni. Und das war beides – oh Wunder – ein absoluter Pain. Aber erstmal zum Metroeinkauf. Am Mittwoch vor der Konferenz ging es zu dritt ganz früh am Morgen los. „Das wird bestimmt cool und sooo lang dauert es bestimmt nicht“ – so unsere Einstellung zu Beginn. Turns out wenn man Material UND Früstückssachen UND Snacks für 250 Menschen für vier Tage kauft, ist das alles, aber NICHT entspannt. Die ersten zwei Stunden waren noch cool. Wir sind durch die Gänge gefahren und haben philosophiert, welches Zeug wir brauchen könnten und jede Menge nice Sachen in den Einkaufswagen eingeladen. Die nächsten zwei Stunden waren auch noch okay. Wir haben Snacks für unsere Helfenden gekauft und Alkohol für das Freizeitprogramm – das hat noch Spaß gemacht. Die letzten zwei Stunden aber waren die Hölle. Wir mussten OHNE Einkaufsliste Snacks für 250 Menschen einkaufen. Wir waren alle schon völlig durch. Gleichzeitig hatten wir mittlerweile VIER Einkaufswägen für DREI Personen, die alle völlig überladen waren und waren zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal fertig. Und so mussten wir erstmal bezahlen. An der Kasse hat es ewig gedauert – wir mussten alles ausladen und wieder einladen – aber immerhin war die Kassiererin freundlich und geduldig. Und als wir endlich fertig waren und ich zu dem Zeitpunkt schon mehrere tausend Euro ärmer – ging es nochmal rein für 80kg Bananen und viel zu viele Liter Hafermilcv. Nachdem auch das geschafft war kam die nächste Herausforderung – denn so viel Material, wie auf fünf große Metroeinkaufswägen passt, passt auch mit den besten Tetris-Fähigkeiten nicht in einen Ford Kuga. Und so sind wir mit einem völlig überladenen Auto (Egal was man aufgemacht hat, es ist erwas herausgefallen) Richtung Uni gefahren – und haben eine von uns zurückgelassen, um mit den restlichen Einkäufen auf unseren Transporter zu warten.
Nach ewigem Hin und Her war aber immerhin eines klar – ich darf in der Prof-Tiefgarage direkt an der Uni parken. Dort angekommen waren wir nur noch genervt, eigentlich wollten wir längst in der Uni sein, wir hatten noch Veranstaltungen, in die wir gehen wollten, aber es hatte ja niemand ahnen können, dass der Einkauf geschlagene SECHS Stunden dauern würde – und so haben wir das Auto vollbeladen in der Tiefgarage stehen lassen und sind erstmal in unsere Vorlesungen gegangen.

Und nach der Vorlesung war es (leider) noch lange nicht vorbei. Immerhin hatte in der Zwischenzeit jemand das Auto ausgeladen, das war eine Erleichterung. Aber jetzt stand ein kompletter Raum voller Essen und Material – und das war völlig unsortiert und das reinste Chaos. Die nächsten anderthalb Tage habe ich also in unserem Lagerraum verbracht, bis alles umgeräumt, sortiert und beschriftet war. Das war mit Abstand die überfordernste Aufgabe in der gesamten Vorbereitung der Konferenz, denn man konnte sich in dem kleinen Raum so oder so kaum bewegen, musste ständig über Kisten steigen und alles hin – und herschieben. Umso stolzer war ich, als der Raum am Vormittag vor der Konferenz dann endlich fertig sortiert war. Währenddessen waren die Vorbereitungen und der Aufbau schon in vollem Gange. Denn in wenigen Stunden war es soweit – die ersten Teilnehmenden würden kommen.
