Ein Nachwort
Die letzten Stunden der PsyFaKo sind vorbei, auch die Teilnehmenden sind abgereist – aber fertig mit diesem Event sind wir und auch ich noch lange nicht. Das ist der Satz, mit dem ich diesen Blogartikel eigentlich beginnen wollte. Gerne hätte ich all das, was danach kommt, im Detail erzählt, aber schnell ist mir klar geworden, dass das zu viel ist – und es auch gar nicht nötig ist, alles im Detail zu erzählen, um die Botschaft rüberzubringen. Deshalb hier die Kurzfassung:
Die Nachbereitungen
Nach der Konferenz waren wir alle richtig platt. Emotional und physisch völlig ausgelaugt. Trotzdem haben wir in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal alle Energiereserven ausgeschöpft, aufgeräumt, Material sortiert, Gespräche geführt und (oh Wunder) tausende von Kisten geschleppt. Auch die Finanzen habe ich abgewickelt, Rechnungen sortiert, mich mit meinem alten Laptop und Google-Sheets rumgeschlagen, alles, was das BMBF haben möchte fein säuberlich dokumentiert und dabei auch einige Stunden mit der Vereinsfinanzerin gequatscht. Schnell war klar: Konferenz fertig ≠ Arbeit fertig. Das geht in keinem Universum zusammen.
Über Verbundenheit und Nostalgie
Und auch wenn das jetzt alles nach viel Arbeit klingt, war die Zeit nach der Konferenz auf eine ganz eigene Art wundervoll. Diese Verbundenheit, die ich durch all die gemeinsamen Erinnerungen mit den anderen empfunden habe, war und ist etwas ganz besonderes. Oft saßen wir zusammen, mal um die Liebespost zu lesen, die uns auf der Konferenz geschrieben wurde, mal, um alles nachzubesprechen, mal um mit unseren Helfis zu nachzufeiern und zuletzt sind wir mit einer Gruppe auch nach Greifswald gefahren, um der kommenden AFS zu helfen. Alle diese Treffen hatten gemein, dass wir ewig viele Geschichten erzählten, gemeinsam lachten, uns erinnerten an das was war, ausnahmslos leckeres Essen bestellten und dabei jedes Mal auch ein wenig nostalgisch wurden – denn eins war klar: unsere gemeinsame Zeit neigt sich dem Ende zu – und dazu war ich noch nicht bereit.
Was das Leben noch so gebracht hat
Zum Glück hatte ich damals aber auch nicht besonders viel Zeit, über diesen Abschied nachzudenken. Denn in der Zeit ist neben den ganzen PsyFaKo-Events noch so viel anderes passiert, dass ich nie so ganz zur Ruhe kommen konnte und all das verarbeiten konnte. So ging es für einen Teil der Fachschaft Ende Juni zur Psycholympia – einem Festival für Psychologie-Studis, auf dem wir ein Wochenende lang Spaß hatten – und endlich frei von Verpflichtung die Zeit genießen konnten. Und zwischen Geburtstagen, vielen langen Abenden im Fachschaftszimmer mit Snacks und Döner, Mimis Verabschiedung aus München, Gedanken über die Liebe, einem spontanen Piercing und einem Besuch von Freunden aus der PsyFaKo gab es schließlich auch noch den Ernst des Lebens – mit Sorgen um meine Beziehung, Klausuren, Abgaben und dem Antrag auf Weiterförderung bei meinem Stipendium, für den ich dringend gute Noten brauchte. Rückblickend betrachtet, grenzt es an ein Wunder, dass das alles so gut geklappt hat – bis auf die Beziehung, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal – denn auch das ist eine Geschichte mit Happy End, wenn auch der etwas anderen Art. Wie auch immer – viel für die Klausuren gelernt habe ich in der Zeit ganz sicher nicht – dafür war ich viel zu sehr damit beschäftigt, mein Leben zu leben. Die Zeit hat sich einfach so intensiv angefühlt – meine Erinnerungen daran sind noch heute so bunt und lebhaft wie für kaum eine andere Zeit – da war für langweilige Karteikarten kein Platz in meinem Kopf. Und doch hat am Ende alles geklappt – auch wenn ich gemerkt habe, dass das nicht immer zwingend das ist, was wirklich zählt.
Was wirklich zählt
Die PsyFaKo hat mein Leben ins Wanken gebracht. Was als kleine, naive Idee in unserer Fachschaft angefangen hat und aus der Ferne aussehen mag, wie eine blöde kleine Tagung, hat mein Leben sehr bewegt – und das hätte ich in dem Ausmaß nie erwartet. In der ganzen Zeit konnte ich eine Menge lernen, einerseits offensichtlich etwas über die Organisation von Konferenzen (und darüber wie ich mit absoluter Überforderung umgehen kann), andererseits aber auch eine Menge über uns Menschen und über mich. Ich habe gelernt, wie wichtig Teamarbeit ist, wie viel man gemeinsam schaffen kann und wie schön es ist, an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten und an Herausforderungen zu wachsen. Ich habe gelernt, dass ich deutlich belastbarer bin, als ich gedacht habe, dass ich auf mich selbst vertrauen kann und dass es wichtig ist, auf mich zu hören, auch wenn das manchmal schmerzhaft ist. Außerdem habe ich germerkt, wie wichtig es ist, nicht alles im Leben immer so ernst zu nehmen und die Dinge so zu nehmen, wie sie eben kommen. Vieles kann ich sowieso nicht beeinflussen und muss das vielleicht auch gar nicht. Denn ganz oft kommen die schönsten Momente im Leben erst dann, wenn ich es schaffe, ein Stück weit loszulassen und mich auf das Leben einzulassen, anstatt alles kontrollieren zu wollen.
Zu guter Letzt habe ich aber vor allem eines mitgenommen: Erinnerungen an eine unvergessliche Zeit und tolle neue Menschen, die mein Leben bis heute bereichern und die mittlerweile zu Freunden geworden sind, ohne die ich mir mein Leben hier gar nicht mehr vorstellen möchte. Und gerade deshalb bin ich mir so sicher, dass ich mich ohne die Konferenz heute hier in München nur halb so sehr Zuhause fühlen würde. Und dieses Gefühl, hier Zuhause zu sein und so tolle Menschen um mich herum zu haben, die mein Leben bunt machen, auf die ich mich verlassen kann und bei denen ich ganz ich selbst sein kann, das ist wirklich das allergrößte Geschenk.
