DIE PsyFaKo (4/5)

Ein Jahr Planung. Tausende Stunden Vorbereitung. Endlos viele Gedanken darüber, wie alles werden würde. Und jetzt war es soweit. Die PsyFaKo – unsere PsyFaKo in München konnte starten.

Aber bevor ich jetzt alles raushaue, ein kurzer Disclaimer. Das PsyFaKo-Wochenende war wohl eines der ereignisreichsten Wochenenden in meinem Leben & ich könnte tagelang Geschichten erzählen über all das, was passiert ist. Wirklich tagelang, ich verspreche, das ist keine Übertreibung. Noch nie in meinem Leben ist so viel auf einmal passiert, war ich so dermaßen unter Strom, selten habe ich so viele intensive Gefühle erlebt wie dort. Das Wochenende war wie in einer anderen Welt, wie ein Film. Und in diesem Artikel möchte ich gern zurückblicken auf das, was war – denn es ist einer der liebsten Filme meines Lebens.

Alles begann am Donnerstagnachmittag. Als nach monatelanger Vorbereitung und ewig langem Aufbau endlich der bis zu dem Zeitpunkt völlig surreale Moment eingetreten ist – und die ersten Teilnehmer an der Uni angekommen sind – die Menschen, für die wir all die Arbeit auf uns genommen haben. Und obwohl die Menschen nun wirklich physisch direkt vor mir standen, konnte ich einfach nicht glauben, dass es jetzt wirklich losgeht, dass es jetzt wirklich passiert. Denn obwohl ich mich jetzt monatelang so viel mit der Konferenz beschäftigt hatte, hat ein Teil meines Kopfes einfach nie richtig glauben können, dass das so wirklich richtig und ganz im Ernst genauso passieren wird. Und genau deshalb war es ein total surreales Gefühl, jetzt all die Menschen dort zu sehen. 

Lange Zeit über die Reichweite dessen nachzudenken hatte ich nicht. Denn obwohl ich mich im Nachhinein nicht so richtig erinnern kann, was ich ganz genau gemacht habe, so weiß ich doch, dass ich den gesamten Donnerstag-Nachmittag damit beschäftigt war, irgendetwas zu erledigen und ewig oft hin und herzurennen – irgendwas gab es immer zu tun. Das Einzige, woran ich mich noch gut erinnern kann, ist ein kurzen Abstecher zum Rooftop der Uni (& ja das ist irgendwie auf dem Dach der Uni, aber nein, man hat KEINEN schönen Ausblick von dort), auf dem ein Fachschaftler von uns ein Biertasting mit allen Münchener Biersorten vorbereitet hatte. Zu sehen, wie dort nach und nach alle eingetrudelt sind, sich alte Bekannte getroffen und zusammen gelacht haben war richtig schön. Es war das erste Mal, dass ich realisiert habe, was es für einige dieser Menschen wirklich bedeutet, hier sein zu können. Und dass es sich allein deshalb schon gelohnt hat.

Am Abend begann dann unser offizielles Programm – mit einem Plenum mit allen Teilnehmenden. Dort konnten wir zum allerersten Mal die Ausmaße unserer Konferenz sehen – und obwohl mir ja eigentlich klar war, dass in etwa 250 Menschen kommen werden, war es trotzdem ein seltsames Gefühl, all die erwartungsvollen Gesichter nun in echt zu sehen. 250 Menschen face to face. Und als wir dann als Team vorne standen, um uns vorzustellen, war ich richtig aufgeregt. Wer das wohl alles sein mochte? Woher all die Menschen wohl kommen? Wie viele von ihnen ich wohl noch kennenlernen würde? Ob es ihnen Spaß machen würde? So viele Fragen kamen mir in den Kopf und ich war einfach total gespannt, was das ganze Wochenende bringen würde.

Vorstellung im Plenum

Nach unseren ersten Programmpunkten (& einem viel zu späten Abendessen) war ich dann ziemlich müde. Meine Aufgaben für den Tag waren erledigt und am liebsten wäre ich einfach nur ins Bett gefallen und hätte das Freizeitprogramm geskippt. Aber meine Neugier (und meine FOMO) waren dann doch größer als die Müdigkeit. Und so ging es gegen 20 Uhr mit einer großen Musikbox, lauter Musik, Picknickdecken, Getränken und 200 Menschen im Schlepptau ab in den Englischen Garten für ein Pubquiz. Und es hat sich gelohnt, trotz Müdigkeit noch mitzukommen – denn es war wirklich lustig und das erste Mal an diesem Tag entspannt. Nach dem trubeligen Tag konnte ich dort in Ruhe all die Menschen beobachten, mit einigen Helfenden und Orga-Mitgliedern quatschen und einfach nur die Zeit genießen. In dem Moment habe ich mich unfassbar wohlgefühlt und daran gedacht, wie schön es eigentlich ist, ein Teil von all dem hier zu sein und dass ich mich auf all das freue, was die nächsten Tage noch ansteht. Und mit diesen Gedanken endete dann einige Stunden später auch der erste Tag der PsyFaKo in einem Hotelzimmer in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs – ziemlich müde, aber zufrieden.

Pubquiz im Englischen Garten

Nach einer kurzen Nacht startete dann der zweite Tag der Psyfako. An diesem Tag war bei mir nichts besonderes geplant und ich hatte mir vorgenommen, einfach zu schauen, wo gerade Hilfe benötigt wurde. Und so war von Vorstellen im Plenum, Materialien hin und herräumen für den Markt der Möglichkeiten (eine Art “Markt” mit verschiedenen Ständen, an denen sich Vereinsgremien, AGs und Sponsoren vorstellen konnten), neuer Getränke- und Essensplanung (nachdem wir direkt an Tag 2 keine antialkoholischen Getränke und Frühstückssachen mehr hatten – kurze Krise), dem Einkauf der wildesten Preise für unsere Stadtrallye und gossipen im Lagerraum wirklich alles dabei. Besonders viel Spaß gemacht hat der besagte Einkauf von Preisen für die Stadtrallye – denn wenn man noch Geld über hat, kann man das für die witzigen Dinge ausgeben, die man im Alltag niemals kaufen würde. Und so haben wir neben tausend Preisen auch noch ein paar Wasserpistolen für das Orgateam gekauft –  gegen die Hitze und für die gute Stimmung. Und kurz gesagt: Wenn man völlig übermüdeten, gestressten Menschen eine Wasserpistole gibt, dann haben diese Menschen sehr viel Spaß – und das Umfeld ist plötzlich deutlich nasser. Ein weiterer Moment an dem Tag, der mir in Erinnerung geblieben ist, ist das Gruppenfoto, das auf jeder PsyFaKo gemacht wird und auf dem sich alle in Form eines Psis aufstellen. Turns out: München hat nicht besonders viele (realistisch) erreichbare Orte, an denen man ohne Drohne ein Bild von oben machen kann, bei dem auch alle 250 Menschen zu sehen sind. Deshalb haben wir mitten in der Mittagszeit alle Menschen vor der Hauptmensa der LMU – ganz pragmatisch – mit einem Megaphone verscheucht und hatten dabei eine Menge Spaß. 

Das Gruppenfoto

Und so verging der Tag wie im Flug – viel schneller als gedacht war es abends. Nach einigen letzten Aufräumarbeiten, kurzer Pause zum Abendessen und ein paar (Krisen-) Gesprächen war es dann Zeit für unseren letzten Programmpunkt für den Abend – der Stadtrallye. Ich hatte zwar weder eine eigene Station, noch war ich Teil einer Gruppe, aber ich hatte Mimi, die das alles organisiert hatte, versprochen kurz vorbeizuschauen und so ganz entgehen lassen wollte ich es mir auch nicht. Also habe ich mich an die Station an der Frauenkirche gesetzt, den Gruppen beim Spielen zugeschaut und war für einen Moment froh, einfach dort zu sitzen und von niemandem angesprochen zu werden. Nach einiger Zeit wurde es mir so ganz allein mit meinen Gedanken aber dann doch zu langweilig und ich wollte mich gerne mit einigen der Teilnehmenden unterhalten, um zu hören, wie es gerade so für sie ist. Das war aber nicht ganz so einfach, wie es klingt. Obwohl ich die PsyFaKo organisiert habe, kannte ich nur wenige der Teilnehmenden persönlich und ich wusste nicht so recht, wen ich am besten ansprechen kann. Außerdem war meine soziale Batterie nach den letzten Tagen leer und ich fühlte mich erschöpft. Aber weil den ganzen Abend allein herumsitzen auch keine Lösung ist, habe ich mich dann doch überwunden und immer wieder Teilnehmende aus den verschiedenen Gruppen angesprochen. Und das war sogar richtig schön. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren freundlich und ich konnte das ein oder andere (überraschend) tolle Gespräch führen, Geschichten von vergangenen PsyFaKos und aus anderen Fachschaften hören und habe mich so direkt viel verbundener mit all den Menschen dort gefühlt. Und so habe ich während der Stadtrallye zwar kein einziges Spiel gespielt, aber viele neue Bekanntschaften geschlossen und das PsyFaKo-Gefühl von Offenheit, Spontanität und Verbundenheit noch viel mehr in mein Herz aufgenommen. Dennoch habe ich nicht ganz bis zum Schluss durchgehalten – die Müdigkeit der letzten Tage war überwältigend und so bin ich gegen halb 1 alleine Richtung Uni gefahren – und ja richtig gelesen, zur Uni, nicht zu meinem Hostel. Am Nachmittag bin ich nämlich kurzfristig für einen kranken Teilnehmenden aus meinem Hostel ausgezogen und habe kurze Hand mein Schlaflager in einem der Räume der Studierendenvertretung aufgebaut, in der schon zwei andere von uns geschlafen haben. Dort angekommen habe ich mir noch schnell eine Matratze aus dem Ruheraum geklaut und bin dann zwischen Schreibtisch, Drucker und Aktenordnern auf einer etwas quietschenden, aber bequemen Matratze eingeschlafen. 

Schlaflager im Druckerraum

Nach einer kurzen Nacht, dieses Mal mit Unterbrechung – Mimi hat nachts ihre Schlappen aus dem Raum geholt, in dem ich geschlafen habe, sich kurz über meine Matratze gebeugt und uns beiden einen riesen Schreck eingejagt – stand am nächsten Morgen die Mitgliederversammlung (MV) des PsyFaKo e.V. an. Weil dort aus jeder Fachschaft mindestens ein Mitglied anwesend sein sollte, habe ich mich bereit erklärt, die nächsten Stunden dort zu sitzen, meinen Finanzkram zu sortieren und wenn es nötig war, unsere Stimme abzugeben. Das war kurz gesagt nicht besonders erfolgreich – also der Teil mit den Finanzen. Denn die MV startete schon damit, dass der Sitzplan Fehler hatte und wir zu zweit mit Mühe versucht haben, all die Menschen, die keinen Platz gefunden haben, auf neue Plätze zu verteilen. Und so kam es, dass ich neben einem Teil der AFS nach uns – dem L‘Ostblock  – gesessen habe. Um ehrlich zu sein, war ich nicht ganz überzeugt von der Idee. Ich hatte ihnen zwar angeboten, sich neben mich zu setzen, aber meine bisherigen Begegnungen mit dem L‘Ostblock waren nicht besonders positiv. Für mich waren das Menschen, die mir schon mehrfach das Gefühl gegeben haben, dass sie etwas besseres sind als wir – also in meinen Augen nicht besonders sympathisch. Zum Glück war die MV an sich dann aber erstaunlich entspannt – alles verlief nach Plan und meine Sitznachbarn waren deutlich lustiger als gedacht – und so hatte ich am Ende der MV zwar gefühlt nur drei Rechnungen sortiert, ein Ausmalbild ausgemalt und einen sehr fragwürdigen Wrap mit Essiggurken gegessen, aber dafür immerhin Spaß gehabt. Der Tag war also schon einmal erfolgreich gestartet.

Aber das sollte sich bald ändern. Nach der MV stand an sich ein entspanntes Programm an. Wir haben noch ein wenig Material für Sonntag sortiert, die Preise für die Stadtrallye vorbereitet und Kisten für die Party am Abend gepackt. Mit der Zeit haben sich dabei immer mehr Mitglieder unseres Orgateam im Lagerraum gesammelt. Eigentlich wollte jeder nur kurz etwas holen, aber am Ende erzählte jeder, was ihm bisher so widerfahren war – von verschwunden Bollerwägen, weiteren Großeinkäufen, riesen Teddybären im Lagerraum und einem Helfi, der alles andere als hilfreich war. Es war richtig schön, dort mit allen zu sitzen und den Moment der Ruhe zu genießen – bis das Drama losging. Denn dann kam ein weiteres Mitglied unserer Orga dazu & verkündete uns, dass es Ärger gab. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, was das für uns bedeuten würde, retrospektiv betrachtet war das jedoch die größte Herausforderung unserer Konferenz. An der Stelle möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen – das sind Probleme anderer Menschen – aber aus einer Geschichte, die vermeintlich klein angefangen hat, hat sich über das Wochenende (und die nächsten Wochen) hinweg ein Problemfall des allerfeinsten entwickelt, der unsere letzten Nerven und Kapazitäten geraubt hat und mich persönlich auch heute noch nachhaltig beschäftigt. Zum Glück soll es hier aber nicht darum gehen – auch wenn man mit diesem Fall zweifellos eine Serie mit mehreren Staffel füllen könnte.

Am Nachmittag und Abend hieß es für uns dann Umziehen in ein anderes Unigebäude, da das Gebäude unseres Departments am Sonntag geschlossen war. Und da unser Team durch die Vorbereitungen der Party am Abend und dem Fall vom Nachmittag noch recht dezimiert war, mussten wir über gebliebene uns alle noch ein wenig mehr reinhängen, alles abbauen, herumtragen, sauber machen und für den nächsten Tag organisieren. Als dann um 22 Uhr alles abgebaut war, war ich absolut fertig. Der Tag hatte so entspannt angefangen, bis nachmittags war es richtig schön und eigentlich hatte ich mich so sehr auf die Party am Abend gefreut. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich absolut keine Lust mehr irgendwo hinzugehen, geschweige denn mich fertig zu machen und zu feiern. In all dem Chaos hatte ich es nicht mal geschafft, etwas zu Essen, sondern lediglich drei Mal auf dem Weg irgendwohin einen Wasserkocher angemacht, es aber nie geschafft, das heiße Wasser auch in meine Fünf-Minuten-Terrine zu schütten. Als mir dann auch noch das Awareness-Handy in die Hand gedrückt wurde, mit der Aussicht auf baldige Anrufe, war ich wirklich durch. 

Gute Laune trotz Abbau-Stress

Und so ging es nicht nur mir. Der Tag hat uns als Orgateam wirklich herausgefordert, sodass sich einige entschlossen haben, direkt ins Bett zu gehen und nicht mehr mit auf unsere Party zu gehen – was total schade ist, denn das sollte doch unser großer Abschluss werden. Und egal wie müde ich war – das wollte ich mir eigentlich nicht nehmen lassen, von keinem Ärger der Welt. Wir haben so lange auf diese Konferenz hingearbeitet und trotz des ein oder anderen Zwischenfalls haben wir das Ganze als Team bis hierher so gut gemeistert – wir hatten allen Grund zum Feiern. 

Bei dem Gedanken, hatte ich dann doch wieder ein wenig Lust mich fertig zu machen und doch noch loszuziehen – zumindest kurz. Nachdem mir irgendjemand meine Fünf-Minuten-Terrine gekocht hat und mir zumindest schon mal zwei Löffel davon in den Mund geschoben hat, ging es mir auch schon etwas besser. Und so schlüpfte ich in mein pink glitzerndes Partyoutfit, ganz nach unserem Partymotto: „Wir lassen die Sau raus! Schau in den Spiegel und werde ein Schwein – Das Motto ist rosa, sonst kommst du nicht rein!“ und es konnte endlich losgehen. Dort angekommen, war ich erstaunt. Irgendwie hatte Mimi es geschafft, das Backstage in München zu mieten. Und das Beste war, dass wir den gesamten Bereich oberhalb nur für uns hatten. Vor Ort hat Mimi uns direkt alles gezeigt, wir haben ein paar Fotos gemacht und uns dann oben erstmal entspannt auf die Sofas gesetzt, während unten nach und nach alle eingetrudelt sind und die Party losging. Die Nachricht, dass unser Transporter liegen geblieben ist, kam nur noch halb bei mir an. Darum konnte sich jetzt jemand anders kümmern, mir hat es nach dem ganzen Tag mehr als gereicht. Das mag egoistisch sein, aber ich wollte jetzt einfach nur noch einen schönen Abend haben nach all dem Stress (& es hat sich zum Glück jemand gekümmert). Und einen schönen Abend hatten wir dann auch. Wir haben gemeinsam gefeiert, getrunken, getanzt, gequatscht und gelacht. All der Stress der letzten Tage und Wochen war für einen Moment vergessen. Es war einfach nur richtig richtig toll. Und so verging die Zeit wie im Flug – viel zu schnell waren all die schönen Stunden vorbei und es war Zeit für den Abschluss – das Ende der Party. Gegen kurz vor vier stimmte der DJ die letzten zwei Lieder an. Zuerst ab in den Süden – das Lied aus unserem Bewerbungsvideo. Das Lied jetzt nach so langer Zeit zu hören, es mit allen gemeinsam zu singen, noch ein letztes Mal zu tanzen und dabei daran zu denken, wie alles angefangen hat und wie weit wir schon gekommen waren, war einfach ein überwältigendes Gefühl. Und dann kam die PsyFaKo-Hymne: Hero. Um ehrlich zu sein hat mir das Lied vor meiner ersten PsyFaKo in Bonn nicht viel gesagt, aber es ist das Lied, das auf jeder Party am Ende gespielt wird und am Abschluss des letzten Plenums, bevor alle gehen. Jeder kennt den Text – und es bedeutet Abschied nehmen. Nach einer langen Partynacht standen wir mit allen, die noch da waren, in einem großen Kreis und haben gemeinsam gesungen. Und als das Lied zuende war, gab es eine große (wirklich große) Gruppenumarmung, mit uns als Orga in der Mitte. Und dieses Gefühl der Verbundenheit, das ich dort gespürt habe, in Kombination mit so vielen anderen Emotionen, der Erschöpfung und der Erinnerung, an all das, was war, war noch viel intensiver als das davor. Es war wirklich besonders. Immer wenn ich an diesen Moment denke, werde ich emotional. Selten in meinem Leben habe ich so viel auf einmal gefühlt. Dieser Moment ist ein wunderbares Bild für all das, was die PsyFaKo und all die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, bedeuten. Und ich glaube, das werde ich nie vergessen. 

Am nächsten Morgen war es dann soweit: Der letzte Tag startete – der allerletzte. Nach der langen Partynacht und zwei Stunden Schlaf war ich wirklich einfach nur todmüde, so sehr, dass mir den ganzen Tag schlecht vor Müdigkeit war. Nach vier Tagen, insgesamt nicht mal 15 Stunden Schlaf  und Fünf-Minuten-Terrinen und Keksen als Dauerverpflegung kein Wunder, aber diesen letzten Tag würde ich auf keinen Fall verpassen. Und so machte ich mich noch mit Glitzer von der Party im Gesicht auf den Weg Richtung Abschlussplenum. Das Plenum an sich war nicht besonders spektakulär. Wir Müncherer waren alle durch und haben mit unserem lauten Gelächter rund um unseren „Bananenstapel“ bestehend aus viel zu vielen Bananenschalen von unserem Frühstück (und den Bananenschalen der Reihen um uns herum) nicht mehr besonders produktiv am Plenum teilgenommen. Außerdem war ich wunderbar abgelenkt von ein paar Nachrichten aus dem L‘Ostblock, einem kalten Matcha und dem Drama vom Vortag. Schneller als gedacht ging so das Plenum vorbei – wir näherten uns nun tatsächlich dem Ende unserer Konferenz. 

Der „Bananenstapel“

Ein geklautes Pizzastück später war es dann tatsächlich soweit. Nach einem Dankeschön an den Konrat und Vorstand des Vereins standen wir als gesamte AFS vor dem Plenum, so wie ganz am Anfang der Konferenz. Nur dieses Mal nicht, um uns vorzustellen, sondern um uns zu verabschieden und Danke zu sagen für die tolle Zeit. Die lieben Worte aus dem Vorstand, die Geschenke und der Applaus vom Plenum sind nur so an mir vorbeigerauscht. Es hat sich alles angefühlt wie im Film, völlig surreal. Das einzige, an das ich mich erinnern kann, ist unser Team, wie wir dort standen, Arm in Arm und gemeinsam unser Bewerbungsvideo angeschaut haben, das über den Beamer abgespielt wurde. Und mit diesem Video kamen dann endgültig die Tränen. Zu sehen, wo wir gestartet waren – naiv, verunsichert, voller Erwartungen – und zu realisieren, dass all das nun vorbei war, war überwältigend. Wir haben so viele Stunden gemeinsam verbracht, haben diskutiert, geplant, uns geärgert & gefreut – und es trotz aller Herausforderungen gemeistert, richtig gut sogar. Wir konnten wirklich stolz auf uns sein. Dennoch hat es mir ein Stück weit das Herz gebrochen – die Konferenz war am Ende wirklich ein Herzensprojekt und die Menschen in unserem Team sind mir mit der Zeit so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass das alles nun vorbei sein sollte. Und so standen wir dort gemeinsam und haben geweint, vor Freude, Erleichterung und Erschöpfung – aber vor allem, weil so eine unfassbar schöne Zeit zu Ende ging – eine Zeit, von der ich nie gedacht hätte, dass sie so unfassbar prägend und wunderbar sein würde – eben einer der Lieblingsfilme meines Lebens. Aber leider haben auch die schönsten Filme ein Ende – so auch dieser. Und so sehe ich uns dort vor meinem inneren Auge Arm in Arm stehen und Abspann dieses Films läuft Hero, wie wir es alle gemeinsam noch ein letztes Mal singen.  

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