PsyFaKo – die ersten Vorbereitungen (2/5)

Nachdem wir in Bochum als nächste AFS gewählt wurden – mehr dazu im letzten Beitrag – wurde mir erst so richtig bewusst, was das eigentlich bedeutet. Wir – eine Gruppe aus 10 Psychologie-Studis – würden eine Konferenz in München organisieren, auf der sich vier Tage lang 250 Fachschaftler treffen werden. Und eine Konferenz organisieren bedeutet eben viel mehr als nur einen Konferenzplan erstellen. Es bedeutet auch Sponsoren finden, Schlafplätze suchen, Essen und Getränke organisieren, Helfer anwerben, Räume buchen, ein Freizeitprogramm gestalten, sich auf ein Logo einigen, tausende Materialien bestellen, einen Antrag beim BMBF (damals noch Bundesministerium für Bildung und Forschung) betreuen, sich im dahinterstehenden Verein zu engagieren, Mails zu beantworten und und und… Kurz gesagt – es ist seeeehr viel Arbeit. Aber das Gute ist: es haben schon andere vor uns geschafft – also ist es nicht unmöglich.

Um nicht völlig den Überblick zu verlieren, haben wir uns schon ganz zu Beginn nach Themengebieten in Ressorts aufgeteilt und uns damit an vergangenen Konferenzen organisiert. Ich selbst war zuständig für „Ressourcen“ – also Finanzplanung, BMBF und Materialien, gemeinsam mit Mimi, die sich um Sponsoren gekümmert hat. Daneben gab es noch sechs andere Ressorts: Konferenzstruktur (für den Ablauf, Vortragende und Räume), Kost & Logis (für Verpflegung und Unterkünfte), Freizeit (für das Freizeitprogramm und die Party), Kommunikation (für Social Media, die Website, alle Dokumente, Mails und die Anmeldung), Vor Ort (für die Helfenden und jeglichen Kleinkram für die Konferenz) und den Konrat (für die Kommunikation mit dem Verein). 

Da unsere Wahl zur AFS kurz vor den Semesterferien und den Klausuren stattfand, haben wir uns darauf geeinigt, dass sich über die Semesterferien über seinen Bereich informiert und wir mit unserer Arbeit erst im Wintersemester so richtig loslegen. Und so war eines unserer ersten Treffen das AFS-Vernetzungstreffen in Bonn. Neben der Konferenz richtet nämlich jede AFS auch ein sogenanntes Vernetzungstreffen aus, bei dem die vorherige AFS, die aktuelle AFS und die darauffolgende AFS sich treffen, um Fragen zu klären und gemeinsam an Bereichen zu arbeiten, die aktuell noch problematisch sind. 

Vor Bonn war es nun also meine Aufgabe, alle Vereinsdokumente (des PsyFaKo e.V.s, der Verein, der hinter der Ausrichtung der Konferenz steht) zu durchstöbern, die ich zu AFS-Finanzen finden konnte. Leider sind viele Dokumente maßlos veraltet, sodass ich am Ende fast noch mehr verwirrt war als vorher. Das hat in mir ein ungutes Gefühl des Kontrollverlustes ausgelöst. Ich hatte eine Aufgabe – unsere Finanzen verwalten – und gleichzeitig keine Ahnung, was ich dafür genau tun sollte. Zum Glück konnte ich in Bonn jede Menge meiner Fragen stellen. Die Studis aus den anderen AFSen auf Bochum und Bonn waren total freundlich und ich habe mich sofort viel besser aufgehoben gefühlt, als ein Teil eines größeren Ganzen. Das hat mir für den Moment ein wenig die Sorge genommen und das Wochenende hat sogar richtig Spaß gemacht. Wir konnten eine Menge von den anderen lernen und gleichzeitig das allererste Mal ein Gefühl für den Zusammenhalt bekommen, der hinter den ganzen Konferenzen steht. Das war das erste Mal seit langem richtig schön.

Im neuen Semester ging es dann langsam „so richtig los“. Nachdem ich in den Ferien wegen Unklarheiten in unserem BMBF-Antrag schon erste sehr große Zweifel an meiner Entscheidung hatte – ich hatte bis dato kaum Ahnung von BMBF-Anträgen und Amtssprache und da wurde mir mit Zeitdruck alles auf einmal um die Ohren gehauen – es ging schließlich um über 20000€ – habe ich mich gefreut endlich wieder mit den anderen zusammenzuarbeiten. Und so sind wir dann tatsächlich in unsere eigenen Konferenzplanung gestartet. Jeder hat sich zunehmend mit den eigenen Aufgaben vertraut gemacht, wir haben stundenlang über unser Logo diskutiert (& jaaaa das ist für alles seeehr relevant), versucht, einen Termin zu finden und gemeinsame Pläne geschmiedet. Ich habe unseren Finanzplan erstellt – das war sogar richtig cool – und mich informiert, wann ich was am besten mache. So langsam hatte ich das Gefühl, besser in meiner Aufgabe anzukommen und wenigstens nicht die ganze Zeit überfordert zu sein, sondern nur zwischendurch, wenn ich wieder auf etwas gestoßen bin, was ich noch nie gehört habe, was aber unfassbar wichtig sein musste. Aber obwohl ich langsam besser wusste, was ich genau machen muss, habe ich mich immer mehr gefragt, wofür ich das alles eigentlich mache. Ich war selbst nie auf einer Konferenz und konnte mir nicht so richtig vorstellen, dass das wirklich richtig cool wird und dass sich all der Aufwand lohnen würde. Denn aufwendig war es auf jeden Fall – und ich war mir nicht hundertprozentig sicher, ob das nicht alles eine massive Zeitverschwendung war. 

Um diese Frage zu beantworten (& auch weil sieben von zehn Menschen aus unserer AFS noch nie auf einer Konferenz waren – wir also die ganze Zeit Ideen aus dem leeren Raum sammeln) ging es im November 2024 dann los zu meiner allerersten PsyFaKo nach Bonn – der letzten Konferenz vor unserer eigenen im Juni 2025. Und um es kurz zu sagen: es war richtig richtig toll. Wir konnten dort eine Menge darüber lernen, wie eine Konferenz abläuft. Wir konnten uns als Team nochmal besser finden und Fragen klären. Wir konnten Kontakte zu anderen Fachschaften knüpfen. Und vor allem habe ich so richtig gemerkt, was für eine tolle Gemeinschaft auf einer Konferenz eigentlich entstehen kann und wie schön es sich anfühlen kann, ein Teil davon zu sein. Natürlich besteht eine solche Konferenz zu großen Teilen aus Plenas, Fachvorträgen oder anderen inhaltlichen Angeboten. Aber es ist für viele Menschen dort eben noch so viel mehr als nur eine inhaltliche Veranstaltung. Es bedeutet Freundschaften knüpfen und einander wiedersehen und vor allem Gemeinschaft – und das hat mir wirklich gut gefallen. 

Und wenn ich eins aus Bonn mitgenommen habe, dann ist es das folgende: uns wird im nächsten halben Jahr vor unserer Konferenz scheiße viel Arbeit erwarten – das kann man nicht schöner sagen – aber es wird sich lohnen, für all die Menschen, die dorthin kommen und sich darauf freuen – für das Gefühl dahinter. Und das allererste Mal habe ich mich tatsächlich und aus vollem Herzen auf die Konferenz gefreut.

Abschluss auf der PsyFaKo in Bonn

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