PsyFaKo – Die Bewerbung (1/5)

PsyFaKo – Hääää was ist denn das? Das ist so ungefähr das, was ich gedacht habe, als die PsyFaKo in meinem ersten Semester das erste Mal bei uns in der Fachschaft erwähnt wurde. Kurz gesagt – die PsyFaKo ist die Psychologie Fachschaften Konferenz, bei der sich einmal im Semester Vertreter aller Fachschaften aus dem Deutschsprachigen Raum für vier Tage treffen und über verschiedenste hochschulpolitische Themen sprechen und sich miteinander vernetzen. So kurz, so gut – aber was soll ich denn bitte da? Das war so ziemlich die nächste Frage, die ich mir nach der kurzen Erklärung gestellt habe. Ich konnte mir sehr viel Schöneres vorstellen, als ein Wochenende mit mir komplett fremden Fachschaftlern zu chillen und über irgendwelche Dinge zu sprechen, von denen ich überhaupt keine Ahnung hatte – die Entscheidung war schnell klar – da will ich nicht hin. 

Und so vergingen ein paar Wochen, die PsyFaKo hatte ich schon längst wieder vergessen, bis zu der Fachschaftsitzung, in der ein -„ ja, wenn sich niemand anderes findet“ – einen deutlich größeren Einfluss auf mein Leben hatte, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Es war die Woche vor der PsyFaKo im Wintersemester 2023 in Ulm in der ein Fachschaftler – offensichtlich großer Fan der Konferenz – gefragt hat, ob wir uns nicht in dem Fall, dass sich keine Fachschaft findet, die die nächste Konferenz ausrichtet, dazu bereit erklären würden, die Konferenz zu organisieren. Es ist nämlich so: die PsyFaKo findet jedes Mal an einem anderen Ort statt und wird dort von einer ausrichtenden Fachschaft (AFS) organisiert. Aber dafür muss sich eben immer auch eine Fachschaft finden, die dazu bereit ist. Und so sagte ich (& noch einige andere): ja, wenn sich niemand anders findet, machen wir das zur Not. 

Zum Glück hat sich damals auf der PsyFaKo in Ulm eine andere Fachschaft, die Bonner, gefunden, die die Konferenz ausrichten würde. Aber nachdem sich unsere Fachschaft mit so vielen Menschen bereit erklärt hatte, die Konferenz „zur Not“ auszurichten, kam bei dem besagten Fachschaftler die Idee auf, uns auf die Ausrichtung der Konferenz für den Sommer 2025 zu bewerben. Und so hat er eine Gruppe für ein erstes „ganz unverbindliches Treffen“ erstellt, in der jeder gelandet ist, der gesagt hat „ja, wenn sich kein anderer findet, bin ich dabei“. Und als ahnungslose und Kontakte suchende Ersti war es damit um mich geschehen. Ehe ich mich versah, war ich Teil einer Gruppe, die sich tatsächlich freiwillig darauf bewirbt eine Konferenz in München auszurichten. Wie weitreichend diese Entscheidung sein würde, war mir damals noch nicht klar, denn was die PsyFaKo überhaupt ist, wusste ich nur aus Erzählungen, gesehen hatte ich das selbst noch nie. 

Trotzdem war es vor der Bewerbung irgendwie eine lustige Gruppe – wir bekamen erste Zahlen und Fakten (eine Konferenz hat 250 Teilnehmer, geht vier Tage lang, findet seit 20 Jahren statt und wird getragen vom PsyFaKo e.V.), haben uns hin und wieder getroffen und ein Bewerbungsvideo vorbereitet, mit dem wir uns dann auf der nächsten Sommerkonferenz in Bochum im Juni 2024 bewerben wollten. Der Videodreh war sogar richtig cool, wir haben uns mehrfach getroffen, an verschiedenen Orten in München gedreht und Pläne geschmiedet, wie das dann wohl sein würde. Ich habe tolle neue Kontakte geknüpft – das Leben war gut. Je näher die Konferenz in Bochum dann aber rückte, desto unsicherer wurde ich mir – mir graute zunehmend, wie aufwendig dieses ganze Unterfangen eigentlich werden würde und ich war mir nicht sicher, ob ich das wirklich wollte.

Am Tag der Abstimmung war ich dann Zuhause – ich war nicht mit nach Bochum auf die PsyFaKo gefahren, weil ich an dem Wochenende bereits verplant war. Je näher die Abstimmung kam, desto nervöser wurde ich. So schön die Zeit der Bewerbung auch war, hoffte doch ein zunehmend großer Teil von mir, dass wir einfach nicht gewählt werden. Und dann gegen Nachmittag kam ein Bild in unsere Gruppe: Vorne steht meine Fachschaft in Tracht, darüber die Abstimmung, auf der man klar erkennen konnte, dass wir gegen die Fachschaft aus Bamberg gewonnen hatten. Und so sehr sich die Menschen auf dem Foto darüber freuten, konnte ich diese Freude nicht mitempfinden. In mir war ein großes Unwohlsein und eine Stimme, die sich fragte, wie eine Gruppe, wie wir – bestehende aus fast nur Erstis und noch mehr Menschen, die noch nie eine PsyFaKo gesehen haben – es jemals schaffen soll, auch nur ansatzweise eine Konferenz zu organisieren.

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