
Nach sieben Wochen in Costa Rica ist es nun an der Zeit Abschied zu nehmen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass es mir so schwer fallen würde.
Aber nach dieser Zeit ist die Casa Caribe und Puerto Viejo mein Zuhause geworden und die anderen Freiwilligen meine Familie. Wir haben so viel Zeit gemeinsam verbracht und sowohl wunderschöne als auch weniger schöne Momente geteilt. Die Vorstellung, dass ich sie alle vielleicht nie wieder sehe fühlt sich fremd an und macht mich traurig. Ich möchte mich an dieser Stelle bei einigen meiner Freunde persönlich bedanken. Bei Luise, die in den ersten Wochen mein rettender Anker war. Bei Paul, der mit seinem Humor jede Stimmung aufgelockert hat. Bei Annika, die immer für mich da war. Bei Carina, die mich ermutigt hat, zu machen was ich möchte. Bei Jules, unserer Österreicherin, mit der ich jedes ernste, aber auch jedes lustige Thema besprechen konnte. Bei Christin, die mir all die Zeit eine tolle Zimmergenossin war und bei der ich mich immer wohl gefühlt habe. Und bei Kathi, ohne die unsere Reise wohl nie geklappt hätte.
All diese Menschen haben diese Reise für mich zu etwas ganz besonderem gemacht und ich vermisse sie jetzt schon so sehr. Die Stimmung hier war einfach so entspannt. Es gab keine Konkurrenz und Lästereien, wir waren Gleichgesinnte mit ähnlichen Ambitionen. Und das war ein besonderes Erlebnis.
Auch das Land hat seine Spuren hinterlassen. Ich liebe das entspannte Lebensgefühl, die Menschen und die Kultur hier.
Die Vielfalt der Natur, die Geräusche des Waldes, das Rauschen des Meeres und das Brüllen der Howlermonkeys aind einfach einzigartig.
Das Klima, die gleichbleibende Wärme und das starke Prasseln des Regens auf dem Dach sind vertraute Bekannte. Ich kann mir nicht vorstellen das alles hier zurückzulassen und zurück nach Hause ins geordnete Deutschland zu gehen.
Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher einen gewaltigen Kulturschock zu erleben. Vor dem nach Hause kommen habe ich deshalb Angst. Ich habe Angst vor meinem Alltag, der mich erwartet. Angst die Leichtigkeit zu verlieren, Angst zu vergessen, wie sich Freiheit anfühlt. Angst, vom Ernst des Lebens überrollt zu werden, von all den Entscheidungen, die ich treffen muss. Angst davor, dass meine Träume verblassen und ich das wirklich Wichtige vergesse.
Denn ich habe so vieles gelernt auf meiner Reise. Insbesondere Dankbarkeit und wie schön das Leben eigentlich ist. Oft habe ich mich gefragt, ob das jetzt „die Reise meines Lebens“ ist. Mir ist hier klar geworden, dass ich möchte, dass es vielmehr „eine Reise meines Lebens“ ist. Es gibt so viel, was ich noch sehen und erleben möchte. Diese Reise war nicht die eine besondere Reise, sondern nur ein Vorgeschmack auf das, was die Welt mir noch zu bieten hat. Ich fahre mit einem positiven Gefühl nach Hause und mit der Gewissheit, dass die Welt noch so viel mehr zu bieten hat. Und das stimmt mich zuversichtlich. Ich freue mich auf die Zukunft und das was noch kommt.