Tierschutz – Zwischen Arbeit und Faszination

Puerto Viejo, 23.07.2022, 08:52 Uhr
Nun arbeite ich schon eine Woche freiwillig im Jaguar Rescue Center, einem Center, in dem alle möglichen kranken oder verletzten Tiere behandelt und versorgt werden.


In der einen Woche habe ich viel erlebt und hart gearbeitet. Jeden Tag heißt es achteinhalb Stunden Käfige putzen, Wäsche machen oder im der Küche helfen. Nach der Arbeit bin ich sehr erledigt und müde. Außerdem ist der Tag nach vier Uhr meistens leider schon fast vorbei, da die Sonne schon so früh untergeht und ich von der Dunkelheit so schnell müde werde. Deshalb bekomme ich nicht mehr viel vom sozialen Leben und den anderen, die nicht im Center arbeiten mit. Manchmal fühlt es sich einfach blöd an, erst so spät von der Arbeit zu kommen, die einerseits anstrengend ist und mich andererseits einen ganzen Haufen Geld gekostet hat, für den ich jetzt hier arbeiten darf. Ich habe oft das Gefühl wegen meiner freiwilligen Arbeit das Leben zu verpassen, während die anderen am Strand entspannen und etwas unternehmen. Denn auch am Wochenende haben wir nicht frei, können uns aber immerhin zwei Tage die Woche freinehmen, die nicht unbedingt am Wochenende liegen, da die Tiere logischerweise die ganze Woche lang versorgt werden müssen.


Das führt dazu, dass wir an den Ausflügen und beim Feiern am Wochenede nur dann teilnehmen können, wenn nicht schon zu viele andere Freiwillige frei haben, was mich am Anfang ziemlich frustriert hat.


Leider hat auch das Wetter nicht mitgespielt und es hat zwei Tage lang durchgeregnet, sodass meine Kleidung vollkommen nass geworden ist und seitdem nicht mehr trocken wird. Besonders meine Schuhe bleiben trotz Zeitung und Sonne feucht und lösen sich langsam auf.


Trotzdem versuche ich das Beste daraus zu machen. Obwohl ich müde bin, fahre ich fast jeden Tag zum Strand, genieße die Wellen und entspanne. Ich nehme abends an allen Aktivitäten teil, auch wenn ich müde bin, einfach weil ich mich nicht von meiner Müdigkeit einschränken lassen möchte.


Außerdem weiß ich, dass ich mit meiner Arbeit wirklich etwas bewirke. Ohne die Unterstützung der Freiwilligen wäre es für das Center niemals möglich so viele Tiere zu versorgen und zu retten. Die Tiere sind auf unsere Hilfe angewiesen und mir bricht es das Herz, dass wir Menschen oft an den Verletzung der Tiere Schuld sind. Dass Tiere gewildert werden, nur wegen ihrem Fell, dass sie als Haustiere angekettet gequält werden, als Unterhaltung für irgendeinen Menschen, dass sie rücksichtlos behandelt werden.


Umso glücklicher macht es mich zu wissen, wie viele Menschen es gibt, die hart dafür arbeiten, dass es den Tieren besser geht. Die sich Tag und Nacht kümmern und ihr bestes geben, die andere Menschen aufklären und für eine bessere Welt arbeiten.


Aus genau diesem Grund bin ich so dankbar, Teil davon sein zu können. Wir sind ein großes, internationales Team, das sich die harte Arbeit teilt. Jeder muss jede Aufgabe mal machen, sodass auch jeder mal das Babyfaultier und die Babyaffen betreuen darf oder die Vögel und Faultiere füttern darf. Das sind Momente, in denen sich die Arbeit auszahlt.


Besonders magisch war für mich das Auswildern von zwei riesigen Meeresschildkröten an meinem ersten Tag. Es war besser als jede Doku und jede Aufnahme, als die beiden ins Meer gerobbt und untergetaucht sind. Diese gewaltigen Tiere so nah zu sehen war einfach nur Wahnsinn und wirklich einer der bewegensten und schönsten Momente meines ganzen Lebens.


In dieser Woche habe ich eindeutig gelernt, wie Schützenswert dieser Planet und sie Natur sind. Es ist harte Arbeit, die nicht immer Spaß macht, aber es lohnt sich und ist toll, Teil davon zu sein.

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