
In eine Woche geht es endlich los und ich trete meine Reise nach Costa Rica an. Bis jetzt bin ich nicht sonderlich aufgeregt, was wahrscheinlich erstens daran liegt, dass ich durch die Abiballorganisation sämtliche Synapsen, die für Aufregung und Stress zuständig sind, überlastet habe und zum anderen daran, dass Costa Rica so unfassbar weit entfernt ist, sowohl räumlich gesehen (es sind ungefähr 9500km) als auch von meinem persönlichem Empfinden.
Wenn ich mir heute die Bilder anschaue, die in Reiseführern, dem Internet und in meinen Reiseunterlagen abgebildet sind, kann ich mir schlichthinweg nicht vorstellen in etwas mehr als einer Woche dieses unfassbar faszinierende Fleckchen Erde kennenzulernen. Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich nach zwei Jahren Pandemie so oder so nicht mehr daran glaube, dass etwa stattfindet, bevor ich es nicht hautnah und in Person erlebe, ist es für mich einfach nur schwer vorstellbar, wie diese Reise wird.
Und trotz fehlender Aufregung, bin ich mir sehr sicher, dass es mir gefallen wird. Die Welt zu entdecken ist für mich einfach das Größte und eines der wundervollsten Möglichkeiten, die die Globalisierung neben vielen Problemen mit sich gebracht hat. Von Kindestagen an haben mich die Natur und sämtliche Tiere fasziniert und meinen Forschergeist geweckt. Wenn ich heute daran denke, dass ich diese Reise machen darf, bekomme ich einfach Gänsehaut und weine vor Freude, weil einer meiner Herzenswünsche in Erfüllung geht.
Besonders toll finde ich, dass ich nicht genau weiß was mich erwartet. Bis jetzt kenne ich genau einen Menschen, der mit mir gemeinsam da ist und das auch nur von Instagram, spreche kein Wort Spanisch und weiß nicht, was ich sehe und erleben möchte. Und jedes Mal wenn ich daran denke, denke ich nur: wow… das wird ein Abenteuer.
Dafür beneiden mich viele Menschen in meinem Umfeld. Immer wieder wird mir gesagt, wie toll das denn sei und wie gerne sie das auch machen würden oder gemacht hätten. Das macht mich jedes Mal nachdenklich. Scheinbar gibt es sehr viele Menschen, die den Traum haben zu Reisen, aber nur sehr wenige, die ihn wahr werden lassen. Das wird vermutlich zum einen daran liegen, dass Reisen teuer ist, was ich an dieser Stelle nicht bestreiten möchte. Auch wenn ich für mein Geld vergleichsweise viel bekomme, ist die Reise teuer und es ist ein absolutes Privileg reisen zu können. Dafür bin ich sehr dankbar, insbesondere auch meiner Mama, die einen Großteil der Reise finanziert und ermöglicht.
Trotzdem weiß ich aber, dass es bei den Menschen in meinem Umfeld nicht unbedingt ein finanzielles Problem ist. Die einen trauen sich nicht, die anderen schaffen es auch jeglichen erdenklichen Gründe nicht. Wenn ich überlege, dass man nur einmal lebt, frage ich mich immer was eigentlich der Sinn im Leben ist. Ergibt es Sinn unsere Träume und Ziele zu vertagen bis es irgendwann zu spät ist? Ergibt es Sinn nur vom Leben zu Träumen, es aber nie zu Leben? Ergibt es Sinn die Zeit verstreichen zu lassen bis selbst die schönsten Träume verblassen, da sie nie Wirklichkeit geworden sind?
Wenn ich das so lese, ist meine Antwort glasklar. Solange ich die Möglichkeit habe meine Träume zu leben, werde ich das tun, denn das macht mein Leben erst erfüllt.
Deshalb bin ich froh, dass ich mich für den Schritt entschieden habe, dass ich mich traue und meine Träume heute an erster Stelle stehen können. Auch wenn ich noch nicht viel vorbereitet habe und die Reise so weit entfernt erscheint, freue ich mich jetzt schon unfassbar darauf. Ich hoffe sehr, dass ich euch etwas dabei mitnehmen kann, um zu zeigen, wie es ist Träume zu erleben, mit allen Sonnen- und Schattenseiten.