
Das Schöne am Leben ist, dass wir uns die Menschen, mit denen wir unsere Zeit verbringen möchten, aussuchen können. Wie John Strelecky sagen würde, ist es am wichtigsten, dass die Menschen, mit denen wir uns umgeben, zu unserem ZdE passen – dem Zweck der Existenz. Im übertragenen Sinne steht der ZdE für den Sinn unseres Lebens steht. Menschen, die uns im Leben begleiten, können uns entweder helfen, unsere Ziele zu erreichen oder uns daran hindern und uns einschränken.
Für mich stellt das Ende meiner Schulzeit einen guten Zeitpunkt dar, zu Überlegen, mit wem ich meine Zeit auch in Zukunft gerne verbringen möchte und wer mir guttut. Im Laufe meiner Schulzeit habe ich viele Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und auch wieder verloren. Insbesondere jetzt, wo sich jeder entscheiden kann, was er aus seinem Leben machen möchte, merke ich aber, dass ich meine Zeit teilweise in Leute investiere, die mir nicht guttun und die mich veranlassen zu denken, dass ich selbst nicht genug bin. Ich habe mich in ihrer Anwesenheit immer weniger wie ich selbst verhalten und fast vergessen habe, was eigentlich meine eigenen Ziele sind und wie es sich anfühlte auf mein Herz zu hören. Wie es ist echte Freunde zu haben. Freunde, die mir nicht sagen, dass meine Pläne nicht cool genug sind, dass niemand beispielsweise freiwillig Bildungsverantaltungen geht, die ich so gerne besuche, viel liest oder einfach einen entspannten Filmabend mit seinen Freunden macht. Sondern Freunde, die all das Unterstützen und zu mir stehen.
Als mir das aufgefallen ist, habe ich beschlossen, mehr ich selbst und weniger ein Schatten einer Person zu sein, von der sich andere wünschen, dass ich das bin. Ich habe beschlossen, dass es okay ist, wenn sich Wege trennen, so schmerzhaft das auch sein kann. Einfach, weil es das wert ist, um meiner selbst Willen, um wieder ich sein zu können. Es ist gut zu akzeptieren, dass andere einen Weg beschreiten, an dem ich selbst nicht teilhaben kann und will. Am Anfang war die Erkenntnis, dass sich eine jahrelange Freundschaft plötzlich auseinanderlebt, scheinbar ohne Ankündigung, mit zwar Schmerz und Trauer verbunden, aber sie ließ mich gleichzeitig freier Atmen. Einige Freunde haben mich nach Corona kaum noch beachtet und auch das war zu Beginn einfach ein schreckliches Gefühl der Leere.
Nachdem etwas Zeit vergangen ist, vielen Gesprächen, mit meinen alten sowie mit meinen neuen Freunden, kann ich das ganze positiver betrachten. Meine Schulfreunde haben mir die Zeit in der Schule um so vieles schöner gemacht und ich möchte keine der gemeinsamen Erinnerungen, wie Übernachtungspartys, Schüleraustausche oder Zeltnächte missen. Das alles waren Dinge, die mein Leben wunderschön gemacht haben und diese Erinnerungen lassen sich auch von keiner auseinandergelebten Freundschaft trüben. Egal wie meine Freundschaften geendet sind, möchte ich den Menschen nicht böse sein, sondern das Beste daraus machen.
Neben dieser Erkenntnis habe ich aber auch gemerkt, wie wichtig meine wenigen engen Freunde geworden sind. Ich kann mich immer auf sie stützen, sie um Rat fragen, zusammen lachen und verrückte Dinge machen. All diese Dinge sind mit meinen vermeintlichen Freunden zu kurz gekommen und ich habe vergessen, was eigentlich wahre Freundschaft ist und wie gut sie tut.
Über verschiedene Wege habe ich außerdem Menschen kennengelernt, bei denen ich im wahrsten Sinne des Wortes Mensch sein kann, die mich inspirieren und mich höher fliegen lassen, als ich je gedacht hätte, dass es überhaupt möglich ist. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig gegenseitiger Support und gegenseitiges Interesse für eine gesunde Freundschaft ist. Dass kein Kontakt nicht das Ende einer Freundschaft ist und dass es am Wichtigsten ist, sich wohl zu fühlen, egal wie oft man sich sieht. Dadurch, dass ich meinen Weg gegangen bin, auch mit nur wenig Support und auch wenn ich erst am Anfang stehe, hat mir viele Türen geöffnet. Mir wurde gezeigt, dass da draußen so viele herzliche Menschen sind, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich das vorher nicht hatte sehen können. Hätte ich auf meine alten Freunde gehört, hätte ich viele Erfahrungen nie gemacht, weil es zu uncool war. Im Endeffekt weiß ich jetzt, dass es das Coolste der Welt ist, dem eigenen Herzen zu folgen und darauf zu horchen, wessen Herz im selben Rhythmus wie das eigene schlägt.
In diesem Sinne, denke ich immer daran, dass ich das Privileg habe, Herr meines Lebens zu sein und mich für mein Glück zu entscheiden. Dafür bin ich unendlich dankbar.